CRCK Academy · Befund

CRCK Academy

MUSTER-ANAMNESESCHEMA

Region
Fuß / OSG

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Vom Symptom zur Technik in fünf Gates. Zutreffendes ankreuzen. Trifft in einem Block nichts zu, darunter bestätigen. Die Ampel wird erst grün, wenn jeder Block geprüft ist.

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Offen Noch nichts geprüft.
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Start · Leitsymptom

Was bringt der Patient mit?

Symptom sauber beschreiben, bevor du irgendetwas testest.

Typisch:

Schmerzanamnese

Orientierung, keine Pflicht für die Ampel. Die Antworten liefern die Hypothese, die Gate 1–3 prüfen, und den Ausgangswert für den Re-Test.

Wo?

Zeigt Region und mögliche Struktur. Kribbeln oder Brennen lenkt Richtung Nerv.

Seite

Wie entstanden?

Trauma oder Überlastung? Plötzlich spricht eher für Gewebeschaden, schleichend für Belastung. Zunehmend ohne erkennbaren Grund ist ein Warnsignal.

Beginn
Verlauf

Wie verhält es sich?

Mechanischer Schmerz ändert sich mit Bewegung und Position. Gleichbleibender Ruhe- oder Nachtschmerz passt nicht dazu: Red Flags in Gate 1 genau prüfen.

Schmerz vor allem

Wie stark?

Bestimmt die Irritierbarkeit und damit, wie dosiert getestet und behandelt wird. Der Wert ist der Ausgangspunkt für den Re-Test.

0 kein Schmerz10 stärkster vorstellbar
0 kein Schmerz10 stärkster vorstellbar

Weichen für Gate 2

Die Antworten legen fest, welche Sicherheitstests nötig sind. Nicht benötigte Blöcke werden ausgeblendet.

  • Trauma in der Vorgeschichte (Umknicken, Sturz, Anprall)?
  • Beschwerden an Achillessehne oder Wade?
  • Kribbeln, Brennen, Taubheit oder Ausstrahlung?
  • Diabetes bekannt?
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Ziel 1 · Anamnese

Allgemeine Kontraindikationen

Gehört der Patient überhaupt zu mir?

Notfall

  • Wade einseitig geschwollen, warm, gespannt, nach OP, Gips, Flug, Immobilisation (V. a. Thrombose)
  • Fuß kalt, blass, Ruheschmerz (V. a. arteriellen Verschluss)
  • Nach Trauma: unverhältnismäßiger Schmerz, sehr harte Muskelloge (V. a. Kompartmentsyndrom)
  • Gelenk rot, heiß, geschwollen mit Fieber (V. a. Infekt)

Tumor · Fraktur · Stoffwechsel

  • Krebs in der Vorgeschichte, Gewichtsverlust, Nachtschmerz
  • Diabetes mit Neuropathie: Mittelfuß warm und geschwollen, wenig Schmerz (V. a. Charcot-Fuß), Wunde/Ulkus
  • Akuter Gichtanfall oder Arthritisschub (z. B. Großzehe nachts rot, heiß)
  • Plötzlicher „Peitschenschlag“ in der Wade, Abdruck nicht möglich

Abklären lassen

  • Wadenschmerz beim Gehen, besser durch Stehenbleiben (V. a. pAVK)
  • Rheuma, Psoriasis-Arthritis, Gicht bekannt (ohne Schub)
  • Trainingsumfang deutlich gesteigert, Knochenschmerz nimmt zu
Rot

Thrombose, Ischämie, Kompartment, Infekt: sofort ärztlich bzw. Notaufnahme. Andere Red Flags: keine Behandlung, ärztliche Abklärung.

Weiter

Keine Red Flags → Gate 2. Bei Thromboseverdacht zählt der Wells-Score, das Homans-Zeichen ist nicht verlässlich.

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Ziel 1 · Sicherheitstests

Knochen, Bänder, Nerven

Getestet wird, was die Weichen aus Gate 0 verlangen.

Weil: Trauma

Fraktur, Syndesmose, Bänder

TestPrüftPositiv, wennBefund
Ottawa AnkleFraktur SprunggelenkKnochendruckschmerz hintere Kante oder Spitze Malleolus lateralis/medialis (distale 6 cm) oder 4 Schritte nicht möglich
Ottawa FootFraktur MittelfußDruckschmerz Basis MT5 oder Os naviculare oder 4 Schritte nicht möglich
SqueezeSyndesmoseKompression Tibia/Fibula auf Wadenmitte → Schmerz distal
KleigerSyndesmoseSitz, Knie 90°, Fuß in Außenrotation → Schmerz anterolateral/Syndesmose
Varus-KlickSyndesmosenach Kursstandard
Vordere SchubladeLig. talofibulare anteriusVermehrter Vorschub, weicher Endpunkt
Talar TiltLig. calcaneofibulareVermehrte Inversion im Seitenvergleich

Bandstabilität einordnen

  • Schublade/Talar Tilt ohne festen Endpunkt nach frischem Trauma
  • Bandtests vermehrt, aber fester Endpunkt (chronische Instabilität)

Weil: Achillessehne / Wade

Achillessehne

  • Thompson: Bauchlage, Wade drücken. Positiv = keine Plantarflexion (V. a. Ruptur)

Weil: Nervenzeichen oder Diabetes

Nervenstatus

  • LWS-Screen: Fersen-/Zehengang, ASR, Dermatome L4–S1. Positiv → Anamneseschema LWS
  • Tinel hinter Malleolus medialis (Tarsaltunnel)
  • Sensibilität Fußsohle, bei Diabetes Monofilament
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Ziel 1 · HVLA-Freigabe

Spezifische Kontraindikationen Manipulation

Darf ich hier einen Thrust setzen?

Absolut: kein Thrust

  • Fraktur oder Stressfraktur
  • Syndesmosenverletzung / Instabilität im Zielgelenk
  • Charcot-Fuß, Infekt, Tumor
  • Akuter Gicht- oder Arthritisschub
  • Arthrodese, Sprunggelenksprothese, frische OP
  • Manifeste Osteoporose
  • Keine Einwilligung

Relativ: Technik anpassen

  • Antikoagulation
  • Diabetes mit Neuropathie (Rückmeldung eingeschränkt)
  • Frisches Distorsionstrauma, Schwellung
  • Hypermobilität, Schwangerschaft
  • Osteopenie, Langzeit-Kortison

Vor jedem Thrust

  • Aufklärung + Einwilligung dokumentiert
  • Probelagerung: Voreinstellung bzw. Traktion halten. Positiv = stechender Schmerz oder Instabilitätsgefühl → kein Thrust
  • Seitenvergleich Gelenkspiel: Technik nur in die Richtung, die fehlt
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Ziel 2 · Differenzialdiagnostik

Wahrscheinliche Ursache

Welche Struktur passt am besten zu Anamnese, Belastungsverhalten und Tests?

Hypothese aus der Anamnese bilden, mit Provokationstests bestätigen oder verwerfen. Details pro Struktur in der Bibliothek unten. Ein einzelner Test beweist nichts, entscheidend ist das Gesamtbild.

Plus Funktion (Kurs Fuß Stufe 1, barfuß, beidseits)

  • Stand: Fußwinkel, Längsgewölbe, Belastung
  • Einbeinstand: Tripod gehalten?
  • Gang: Fersenkontakt, Pronation, Resupination, Abdruck
  • Knee-to-Wall: Dorsalextension im OSG
  • Hüft-IR/ER im Sitz an der Bankkante (Haken)

Ergebnis: Pronation fehlt (kann nicht weich werden) · Supination fehlt (kann nicht hart werden) · DE limitiert

Häkchen = Test gemacht. Danach o. B. oder auffällig wählen und kurz notieren, was zu sehen ist.

Arbeitshypothese

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Entscheidung

Technikwahl nach Ampel

Ob, wo und wie manipuliert wird, folgt aus Gate 1–3.

AmpelVorgehen
RotKein HVLA. Überweisung, bei Thrombose, Ischämie, Kompartment oder Infekt sofort. Befund dokumentieren.
GelbModifiziert: kein Thrust in Richtung der instabilen Struktur (z. B. keine Inversion bei lateraler Instabilität). Traktion, kleine Amplitude oder Mobilisation statt Thrust. Probelagerung Pflicht.
GrünHVLA nach fehlender Option, siehe Tabelle unten.
FehltRückfußMittelfußVorfuß
PronationSubtalare: Traktion (BL), EversionNaviculare + Cuboid → dorsal/lateral1. Strahl → Dorsalextension
SupinationSubtalare: InversionNaviculare + Cuboid → plantar/medial1. Strahl → Plantarflexion, MTP1 Extension
DE (beide)OSG: Traktionsmanipulation (RL), Rollgleiten DEx · Tib-Fib distal––
Danach

Kurz-Retest im Einbeinstand → Pronations-Drill → Re-Test (besser / gleich / schlechter) → Capacity Builder nur nach positivem Re-Test.

Durchgespielt: Umknicktrauma vor drei Wochen

Außenknöchel, Belastungsschmerz→Keine Red Flags→Ottawa negativ→Squeeze, Kleiger negativ→Schublade leicht vermehrt, fester Endpunkt→Gelb

Laterale Bandstrukturen gereizt, aber stabil. Knee-to-Wall deutlich weniger als die Gegenseite → DE limitiert. OSG-Traktionsmanipulation ist möglich, kein Thrust in Inversion. Kurz-Retest Knee-to-Wall, danach Pronations-Drill und Einbeinstand für die Stabilität.

Bibliothek zu Gate 3

Strukturen und ihre Tests

Wissen pro Struktur zum Nachschlagen. Häkchen = Test gemacht, dann o. B. oder auffällig und kurze Notiz. Die Entscheidung trifft der Algorithmus oben.

OSG / vorderes Impingement

OSG-Traktion
Anamnese
Schmerz vorne im Sprunggelenk beim Hocken, Treppe abwärts, Bergablaufen. Oft nach altem Umknicktrauma.
Tests
  • Knee-to-Wall eingeschränkt im Seitenvergleich
  • Schmerz endgradig Dorsalextension
HVLA
OSG-Traktionsmanipulation, Rollgleiten DEx, Tib-Fib distal.

Laterale Instabilität

Keine Inversion
Anamnese
Wiederholtes Umknicken, Wegknickgefühl, unsicher auf unebenem Boden.
Tests
  • Vordere Schublade vermehrt
  • Talar Tilt vermehrt
  • Einbeinstand unsicher
HVLA
Kein Thrust in Inversion. Traktion oder DE-Techniken, Schwerpunkt Kraft und Gleichgewicht.

Plantarfasziopathie

Nach Funktion
Anamnese
Anlaufschmerz bei den ersten Schritten morgens, wird warm besser, nach langem Stehen schlimmer.
Tests
  • Druckschmerz medialer Fersenhöcker
  • Windlass-Test (passive Großzehenextension im Stand)
HVLA
Nach fehlender Option, oft Rückfuß und 1. Strahl.

Achillessehne

Nach Funktion
Anamnese
Anlaufschmerz, Belastung beim Laufen und Springen. Mittlerer Anteil oder Ansatz am Fersenbein.
Tests
  • Druckschmerz 2–6 cm über dem Ansatz
  • Arc Sign
  • Hüpfen provoziert

Thompson muss negativ sein.

HVLA
OSG und Subtalare nach Funktion. Die Sehne selbst braucht Belastung.

Tibialis posterior

Supination fördern
Anamnese
Schmerz hinter dem Innenknöchel, Gewölbe wird über Monate flacher.
Tests
  • Einbeiniger Fersenstand schwach, Ferse invertiert nicht
  • Too-many-toes von hinten
HVLA
Keine Pronation forcieren. Supinations-Techniken, Kraft im Vordergrund.

Morton-Neurom

Kein Druck
Anamnese
Brennender, einschießender Vorfußschmerz, meist zwischen 3. und 4. Zeh. Enge Schuhe verschlimmern.
Tests
  • Mulder-Klick: Mittelfußköpfchen seitlich komprimieren, plantar drücken
HVLA
Vorfuß spreizend mobilisieren, keine Kompression der Köpfchen.

Tarsaltunnel / Nerv

Nerv abgrenzen
Anamnese
Brennen, Kribbeln an der Fußsohle, oft nachts.
Tests
  • Tinel hinter dem Innenknöchel

Abgrenzen: L5/S1 radikulär (LWS-Schema), Polyneuropathie (beidseits, sockenförmig).

HVLA
Nur ohne Neuropathie und nach Probelagerung. Keine Eversion unter Nervenspannung.

Großzehe / MTP1

MTP1
Anamnese
Schmerz im Großzehengrundgelenk beim Abrollen, Abdruck läuft über die Außenkante.
Tests
  • Extension MTP1 eingeschränkt
  • Dorsaler Knochenvorsprung tastbar

Gicht ausschließen.

HVLA
MTP1 Traktion und Extension, 1. Strahl nach fehlender Option. Nicht im Entzündungsschub.

Stressfraktur

Arzt
Anamnese
Zunehmender Belastungsschmerz nach Trainingssteigerung. Typisch Mittelfuß 2/3, Os naviculare, Fersenbein.
Tests
  • Punktueller Knochendruckschmerz
  • Einbeiniges Hüpfen schmerzhaft
HVLA
Nein. Bildgebung und Entlastung.